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Polen war das einzige Land, das vom ersten bis zum letzten Tag an den verschiedensten Fronten dieses größten, mit Waffengewalt ausgetragenen Konflikts der Menschheitsgeschichte kämpfte. Der Krieg begann mit dem Überfall auf Polen am 1. September 1939 durch das nationalsozialistische Deutschland, dem kurz danach, nämlich am 17. September, der Überfall durch die Sowjetunion folgte. Beide Aggressoren handelten im gegenseitigen Einvernehmen auf der Grundlage des am 23. August von Ribbentrop und Molotow unterzeichneten Nichtangriffspakts. Polens Verbündete - Großbritannien und Frankreich - haben Deutschland am 3. September den Krieg erklärt, ohne jedoch effektive militärische Schritte zu unternehmen. Die Sowjetunion wurde erst im Sommer 1941, nachdem sie von Deutschland angegriffen worden war, in den Kreis der Alliierten aufgenommen. Die Vereinigten Staaten von Amerika leisteten zwar wertvolle Hilfe in Form von Rüstungslieferungen, griffen aber selbst im Rahmen der Allianz erst im Dezember 1941 in die Kampfhandlungen ein, als sie von Japan angegriffen wurden und Deutschland ihnen den Krieg erklärt hatte. Kennzeichnend für den polnischen Beitrag bei der Bezwingung des nationalsozialistischen Deutschland war vor allem die Unerschütterlichkeit und Ausdauer: Trotz der im Herbst 1939 erlittenen Niederlage bauten die Polen noch fünfmal eine Armee auf, davon viermal außerhalb des eigenen Landes - 1939 in Frankreich, im Sommer 1940 (nach der Niederlage und Kapitulation Frankreichs) in Großbritannien, 1941 in der Sowjetunion die Armee von General Wladyslaw Anders, die später in Südeuropa kämpfte und 1943 erneut eine Armee in der Sowjetunion, die an der Seite der Roten Armee kämpfte. Der bewaffnete, militärisch organisierte Widerstand, der bereits ab Ende September 1939 im besetzten Polen entstand, war die fünfte polnische, im Untergrund aktive Armee. Während des Krieges existierte darüberhinaus noch eine sehr wichtige "stille Front", nämlich der Geheimdienst. In der Zeit vom 1. September 1939 bis zum 8. Mai 1945 dienten insgesamt in allen polnischen militärischen Formationen - in den regulären Armeen, den Partisanenverbänden und der Untergrundarmee - sicherlich um die zwei Millionen Polen. In der Schlußphase des Krieges befanden sich in den polnischen Verbänden an allen europäischen Fronten rund 600.000 Soldaten (Infanterie, Panzereinheiten, Luftwaffe und Marine) und im Sommer 1944, nach Aufnahme des offenen Kampfes mit den im Rückzug befindlichen Deutschen, zählte die Untergrundarmee über 300.000 vereidigte Soldaten. Man kann also sagen, daß Polen zahlenmäßig die viertgrößte alliierte Armee stellte.
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